Deisterzwerge
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 Fragen & Antworten

  • Wie lang sind die Öffnungszeiten?
    • Frühdienst 8:00 – 8:30 Uhr (zur Zeit nicht umgesetzt)
    • Kernzeit 8:30 – 12:30 Uhr
    • Spätdienst 12:30 – 13:00 Uhr (zur Zeit nicht umgesetzt)
  • Wo befindet sich der Kindergarten?
    Im Deister, in der Nähe der Mooshütte. Dies ist oberhalb von Bad Nenndorf und per PKW zu erreichen.
  • Wie hoch sind die Betreuungskosten?
    105,- € (+ 7,50 € je Sonderöffnungszeit) pro Kind / Monat – der Betrag orientiert sich immer an den allgemein üblichen Beiträgen der Samtgemeindekindergärten
  • Welche Kinder können den Waldkindergarten besuchen?
    Kinder vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt, bevorzugt aus der Samtgemeinde Nenndorf
  • Was bedeutet bzw. kostet die Vereinsmitgliedschaft?
    Die aktive Mitgliedschaft im Verein ist Voraussetzung für einen Platz im Waldkindergarten! Der Beitrag sieht wie folgt aus:
    • Familienmitgliedschaft: jede Familie bezahlt pro Jahr 50,-€
    • Einzelmitgliedschaft: jedes einzelne Mitglied bezahlt pro Jahr 36,-€
    • Fördermitgliedschaft: jedes Fördermitglied bezahlt pro Jahr 25,-€.
  • Was bedeutet Elterninitiative?
    Eine aktive Mitarbeit der Eltern ist ein tragender Bestandteil des Waldkindergartens. Die Elternmitarbeit zeigt sich in besonderer Weise:
    • ca. alle 15 Tage als Vertretungskraft (für den Fall, dass eine Erzieherin ausfällt) zur Verfügung stehen
    • sowie verstärkte Elternarbeit (z. B. durch regelmäßige Elternabende, Aktionen im Wald)
  • Wie oft finden Elternabende statt?
    Elternabende finden
    2-3 Mal im Jahr und nach Bedarf statt. Hier berichten die Erzieherinnen über vergangene Projekte oder Aktionen bzw. über geplante Vorhaben, sowie die aktuelle Gruppensituation. Außerdem dient der Abend zum Austausch in der Elternschaft (z. B. Absprache von Terminen).
  • Was muss ein Waldkind anziehen?
    • Im Sommer
      • langärmeliges Shirt
      • lange dünne Hose / Leggins
      • Socken (über die Hose gezogen, als Schutz vor Zecken)
      • Kopfbedeckung evtl. mit Nackenschutz gegen Sonne und Insekten
      • leichte, aber feste Schuhe
    • Winter
      • mehrere dünne Schichten übereinander im Zwiebellook
      • als letztes eine Schicht aus Wolle oder Fleece
      • bei Nässe Matschhose
      • warme, dichte Schuhe (GORE-TEX), evtl. mit Einlegesohle
      • Handschuhe
      • warme Kopfbedeckung
    • Bei Regen
      • je nach Temperatur sollte die Wahl der unteren Schichten ausfallen
      • Matschhose (Nähte auf Wasserdichte überprüfen)
      • Regenjacke - mit oder ohne Innenfleece (Nähte auf Wasserdichte überprüfen)
      • Südwester und evtl. warme Mütze darunter
      • Gummistiefel
  • Wie ist das im Winter?
    Im Winter sind die Kinder ähnlich wie eine Zwiebel angezogen – in mehreren Schichten übereinander. Bei ungemütlicher Witterung wird oftmals im beheizbaren Bauwagen gefrühstückt.
  • Was ist bei Sturm?
    Bei Sturm bzw. bei (gefühlten) Temperaturen ab – 10° C sucht die Gruppe den sogenannten Sturmraum auf – dies ist die Turnhalle in Waltringhausen.
  • Was muss ein Waldkind täglich mitnehmen?
    • Rucksack
      • in kindgerechter Größe
      • mit verstellbaren Trägern
      • mit Bauchgurt
      • wasserdicht bzw. wasserabweisend
      • mit kleinen Seitentaschen
    • Sitzunterlage
      • z. B. ein kleines Stück Isomatte
      • wasserabweisend
      • isolierend
      • zusammenfaltbar (im Rucksack transportierbar)
    • Trinkgefäß
      • unzerbrechlich
      • Trinkflasche für den Sommer für Wasser oder Tee (besser kein Saft, da dieser die Wespen anlockt!)
      • kleine Thermoskanne mit Becher für warmen Tee für kalte Tage
    • Brotdose
      • mit guter Standfestigkeit
      • leicht zu öffnen
      • für Brot und geschnittenes Gemüse / Obst
    • nasser Lappen
      • in einer kleiner Tüte oder Dose zum Händewaschen vor dem Essen!
    • In den Wald sollten generell keine Umverpackungen von Lebensmitteln (z. B. Plastiktüten oder Trinkpäckchen) mitgenommen werden, da diese unnötigen Müll verursachen.
  • Wie ist das mit den Zecken und anderen Gefahren im Wald?
    • Zecken (Ixodes ricinus) können, wenn sie infiziert sind, bei einem Stich folgende Krankheiten auf den Menschen übertragen:
      • Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME, virale Hirnhautentzündung)
        Die FSME ist hier in Bad Nenndorf und Umgebung nicht endemisch, die Zecken sind hier also keine Überträger dieser Erkrankung. Die Ansteckung erfolgt sofort über den Speichel der Zecke. Es gibt die Möglichkeit der passiven Immunisierung nach einem Zeckenstich, ebenso die aktive Immunisierung zur Vorsorge. Diese ist jedoch in unbelasteten Gebieten nicht anzuraten, da es zu Impfkomplikationen kommen kann.
      • Borreliose
        Der Erreger ist ein Darmbakterium der Zecke, das mit dem Zeckenstich übertragen wird. Die Ansteckung erfolgt nach ca. 10 - 20 Stunden nach dem Biss über den Mageninhalt der Zecke. Deshalb ist eine frühzeitige Entfernung der Zecke ohne den Mageninhalt auszupressen sinnvoll. Das erste Erscheinungsbild ist eine kreisrunde Rötung um die Stichstelle herum oder an anderen Stellen des Körpers ("Wanderröte").

        Weitere Folgen sind grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit und Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Die Bissstelle sollte beobachtet werden; wenn sich nach ca. 1 Woche ein roter Fleck zeigt, sollte man das Kind beim Kinderarzt vorstellen. Die Borreliose kann sehr gut antibiotisch behandelt werden. Eine durchgemachte Infektion schützt jedoch nicht vor einer erneuten Ansteckung, es ist auch kein vorbeugender Schutz möglich.

        Vorbeugendes Verhalten: Die Zeckenaktivität liegt im Zeitraum von März bis November, besonders im Frühjahr und Herbst bei Lufttemperaturen zwischen 7 - 16° C. Zecken halten sich auf Gräsern und Sträuchern bis in einer Höhe von ca. 150 cm auf. Es gibt keinen absoluten Schutz vor dem Befall mit Zecken, eine entsprechende Bekleidung , die möglichst wenig Haut unbedeckt lässt, ist jedoch sinnvoll. (Hemden mit langen Ärmeln, lange Hosen, Socken, die über die Hosenbeine gezogen werden, geschlossenen Schuhe, Kopfbedeckung).

        Nach jedem Waldaufenthalt sollten die Kinder von den Eltern am ganzen Körper abgesucht und die Kleider ausgeschüttelt werden. Zecken lieben es feucht und warm. Also vor allem zwischen den Beinen, unter den Armen, zwischen den Zehen, um den Nabel, am Kopf, Hals und in und an den Ohren suchen. Die Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Die Zecke sollte mit einer Zeckenkarte (in der Apotheke erhältlich) am oder direkt hinter dem Kopf gefasst werden und vorsichtig herausgezogen werden. Leicht schiebende Bewegungen erleichtern die Ablösung der mit Widerhaken versehenen Mundwerkzeuge. Auf keinen Fall sollte man den Zeckenkörper zerquetschen, da sich der Erreger im Darm der Zecke befindet und so in die Haut gedrückt werden kann. Verbleibt der Kopf in der Haut, so wird er meist innerhalb der nächsten Tage von der Haut abgestoßen. Der Kopf allein überträgt die Erreger nicht mehr, da die Speicheldrüsen sich im Hinterleib der Zecke befinden. Die Zecke sollte nicht mit Klebstoff, Fett, Alkohol, Nagellackentferner o.ä. gereizt werden, da dies nur die Absonderung des erregerhaltigen Speichels fördert, ebenso hat die Zecke keine korkzieherähnlichen Mundwerkzeuge, die Zecke muss also nicht herausgedreht werden.
    • Fuchsbandwurm (Ecchinococcus multilocularis)
      Die Eier des Fuchsbandwurms werden hauptsächlich durch Fuchskot verbreitet und können so an Beeren und Kräuter gelangen. Nimmt ein Mensch Bandwurmeier auf und wird so, was selten passiert, zum Fehl-Zwischenwirt, können sich die Finnen in Leber oder der Lunge absetzen, dort aber oft erst nach Jahren bemerkbar werden und erhebliche Schädigungen dieser Organe verursachen (alveoläre Echinokokkose). Da Füchse in Wald, Feld und sogar in Siedlungsnähe herumstreifen, sollte der Wald als Gefahrenort nicht überbewertet werden. Ein Beispiel: In 15 Jahren kinderärztlicher Tätigkeit hat Hr. Dr. v. Gemmern vom Gesundheitsamt in Herford noch keine solche Erkrankung gesehen, obwohl Kinder viele Beeren essen. Vorbeugendes Verhalten: Grundsätzlich gilt die Regel, dass Beeren auf keinen Fall pur gegessen werden dürfen. Vor dem Frühstück im Freien ist das Waschen der Hände anzuraten. Da auch Hunde und Katzen vom Fuchsbandwurm befallen werden können, sollte man nach dem Anfassen dieser Haustiere die Hände waschen sowie die Tiere regelmäßig vorbeugend entwurmen.
    • Tollwut
      Um eine Infektion mit Tollwut zu vermeiden, sollte niemals ein aufgefundenes Tier angefasst werden, auch tote Felltiere sollten nicht gestreichelt werden. Zu einer Infektion kann es durch Biss, Lecken oder Kratzen eines Tieres kommen, am ehesten durch den Biss einer Maus (Kinder spielen mit der Maus, bis sie beißt). Dann sollte in Absprache mit dem Kinderarzt eine Impfung erfolgen. Auch Impfköder dürfen nicht angefasst werden.
    • Giftige Pflanzen und Tiere
      Die Kinder müssen darauf hingewiesen werden, dass keine Beeren und andere Pflanzenteile gegessen und keine Pflanzen - außer bei ausdrücklichem Auftrag - abgepflückt werden dürfen (Pflanzenschutz). Wurden giftige Pflanzen gegessen oder besteht der Verdacht darauf, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Da auch einige Reptilien schleimhautreizende Stoffe auf ihrer Haut absondern, sollten nur Tiere in die Hand genommen werden, die sicher identifiziert sind. (auch: Blindschleiche oder Kreuzotter?)
    • Verhaltensregeln für die Kinder
      Keine Beeren oder Kräuter oder andere Pflanzenteile essen, nur, wenn es ausdrücklich erlaubt ist - Kinder zweckmäßig anziehen und regelmäßig nach Zecken absuchen und diese entfernen - Tiere beobachten, nur anfassen, wenn bekannt und ausdrücklich erlaubt - tote Tiere nicht anfassen - Hände vor dem Essen waschen.
  • Welche Vorteile hat ein Waldkindergarten?
    • Alle Sinne des Kindes werden im besonderen Maße angesprochen
    • Höhere Förderung im psychomotorischen Bereich
    • Die soziale Kompetenz wird gefordert und gefördert
    • Phantasie und Kreativität werden angeregt
    • Ganzheitliche Förderung des Kindes
    • Zeit und Raum zum Rollenspiel
    • Das Immunsystem des Kindes wird gestärkt
    • Unmittelbarer Umgang mit den Elementen und mit Naturerscheinungen
    • Der Grundstein für einen behutsamen Umgang mit der Natur wird gelegt
    • Stille wird erfahrbar gemacht
    • Zeit zur Ruhe und zum Beobachten
    • Positive Beziehung zur Natur und zum Leben wird aufgebaut
  • Werden die Kinder auch schulfähig im Wald?
    Die Beurteilung der Schulfähigkeit / Schulreife von Waldkindergartenkindern nach Prof. Gorges (1999)*

    Zunächst hat der Kindergarten nicht die Hauptaufgabe Kinder schulfähig zu machen. Das Ziel laut KJHG (Kinder- und Jugendhilfe Gesetz) ist die Entwicklung der Kinder zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person zu fördern.

    Wie kann man aber den Kindern den Einstieg in die Schule durch gezielte pädagogische Maßnahmen erleichtern, und welche für die Schulfähigkeit benötigten Voraussetzungen kann man speziell im Waldkindergarten fördern?
    • Geht es um die körperlichen Voraussetzungen und den allgemeinen Gesundheitszustand ist der Waldkindergarten geradezu ideal. So wird die Entwicklung der Psychomotorik auf ideale Weise durch die nahezu unbegrenzte Bewegungsmöglichkeit im Wald gefördert. Auch die Kräftigung des Immunsystems wird in Erfahrungsberichten immer wieder hervorgehoben.
    • Die geistigen Voraussetzungen wie z. B. differenzierte Wahrnehmung, Sprach- und Merkfähigkeit werden im Waldkindergarten fast täglich durch die Beobachtung von Tieren und Pflanzen, durch Sammeln und Ordnen trainiert. Auch die in Regelkindergärten üblichen Aktivitäten wie Singen, Gedichte erlernen oder Rollenspiele kommen im Wald nicht zu kurz.
    • Die motivationalen und sozialen Voraussetzungen finden im Waldkindergarten ebenfalls starke Beachtung. Durch das anregende Umfeld im Wald, lernen die Kinder sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Gerade im Wald müssen Kinder sich an Regeln halten, sich gegenseitig helfen und mit Konflikten angemessen umgehen.
    • Welche Voraussetzungen werden im Waldkindergarten möglicherweise vernachlässigt?
      • Einen geringen Stellenwert im Waldkindergarten hat der Umgang mit schulgängigen Materialien.
      • Auch das Anpassen an soziale Normen und Verhaltensweisen wie sie in der Schule üblich sind, z. B. langer Aufenthalt in geschlossenen Räumen, wird im Waldkindergarten nicht speziell gefördert.
      • Je nach Konzeption der einzelnen Waldkindergärten fehlt manchmal der übergreifende Erfahrungswert, d. h. andere Lebensräume kennenlernen und entdecken.  
    • Abschliessend lässt sich feststellen, dass es keine objektiven Kriterien für die Schulfähigkeit von Kindern gibt.
      Es gibt gewisse Basisvoraussetzungen, die den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Schule erleichtern. Hierfür bietet der Waldkindergarten sehr günstige Bedingungen.
  • * Prof. Gorges lehrt an der Fachhochschule Darmstadt, und hat 1998 im Auftrag des Landesjugendamtes Hessen eine Untersuchung zur Schulfähigkeit von Waldkindergartenkindern durchgeführt. Die Ergebnisse können keine Repräsentativität beanspruchen; dennoch lassen sich deutliche Tendenzen benennen.

  • Wie werden die Deisterzwerge auf die Schule vorbereitet?
    Im Waldkindergarten werden Fähigkeiten gefördert, die auch im schulischen / weiteren Leben von herausragender Bedeutung sind. Sobald ein Kind in unseren Waldkindergarten kommt, fängt unsere „Schulvorbereitung“ an. 

    Folgende Bereiche werden insbesondere gefördert:
    • Kreativität / Phantasie
    • Sprachfähigkeit
    • Selbstbewusstsein
    • Selbständigkeit
    • Kritikfähigkeit
    • Sozialverhalten
    • Sensorische Integration
    • Umweltbewusstsein / ökologisches Bewusstsein
    • Grob- und Feinmotorik
    • Konzentrationsvermögen / Ausdauer
    • Gesundheit
    • Orientierungssinn
  • Eine regelmässige Zusammenarbeit mit den Grundschulen in Haste und Bad Nenndorf ist uns sehr wichtig, damit sich die Lehrer einerseits ein Bild über unsere Arbeit machen können und wir andererseits wissen, welche Voraussetzungen die Kinder beim Schuleintritt mitbringen sollten.
    Durch einige Gespräche und Ausflüge zur Schule wird dem Kind der Übergang zur Schule erleichtert, es weiss ungefähr, was es zu erwarten hat.
    In diesem Zusammenhang werden für zukünftige Schulkinder - im Rahmen der Deisterriesengruppe - altersentsprechende Aktivitäten angeboten, die der Förderung speziell für die Schulfähigkeit benötigter Fertigkei
    ten dienen sollen.

Waldkindergarten Bad Nenndorf e. V. - Deisterzwerge | deisterzwerge.bike@web.de